Gefahrstoffe

Als Gefahrstoffe im Sinne der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) gelten Stoffe, Gemische und Lösungen, die ein oder mehrere "Gefährlichkeitsmerkmale" aufweisen. Sie sind zum Beispiel giftig, reizend, ätzend, krebserzeugend, leicht entzündlich oder umweltgefährdend.
Auch Stoffe, die die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz gefährden und Stoffe mit einem Arbeitsplatzgrenzwert gelten als Gefahrstoffe. Zusätzlich müssen immer auch die jeweiligen Tätigkeiten betrachtet werden - Gefahrstoffe können auch erst im Zuge bestimmter Tätigkeiten entstehen oder freigesetzt werden.
Gefährliche Stoffe beziehungsweise deren Verpackungen müssen gekennzeichnet sein. Die dort verwendeten Piktogramme und Hinweise lassen die speziellen Gefährdungspotentiale erkennen.
Bei Fertigarzneimitteln oder kosmetischen Produkten trifft man eventuell auf gefährliche Stoffeigenschaften, ohne dass eine entsprechende Kennzeichnung erforderlich ist. Hier gelten andere Rechtsgrundlagen wie das Arzneimittelgesetz oder die Kosmetikverordnung.

Gefahrstoffbeauftragter

Der Gefahrstoffbeauftragte bildet die Schnittstelle zwischen Arbeits- und Umweltschutz im Unternehmen. Ein funktionierendes Gefahrstoffmanagement schafft effiziente Handlungsabläufe, Rechtssicherheit und sichert die Gesundheit der Beschäftigten.
Konkrete Aufgaben des Gefahrstoffbeauftragten sind:

  • Aufbau eines Gefahrstoffkatasters,
  • Erstellen von Gefährdungsbeurteilungen nach §6 GefStoffV (2) - in Abhängigkeit von den zum Einsatz kommenden Stoffen, deren Eigenschaften, Anwendungsmengen und Expositionsbedingungen,
  • Beratungen zur Anwendung geeigneter persönlicher Schutzausrüstungen,
  • Mitwirkung bei Substitutionsprüfungen (Ersatzstoffsuche, gefordert nach §6 GefStoffV),
  • Erstellung von Betriebsanweisungen,
  • Ermittlung optimaler Lagerbedingungen von Gefahrstoffen im Unternehmen.